Schweden – Sommer 2011

16.07.-21.07.

16.07.2011 Der Elchpark und die nächtlichen Erlebnisse im Naturreservat
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Der Morgen startet sommerlich warm und wir geniessen ein Frühstück bei Sonnenschein. Das warme Wetter und die schöne Sicht auf den See locken nicht wirklich zur Weiterfahrt. Trotzdem packen wir alles wieder zusammen und fahren in Richtung Växjö ab.





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Ein Stadtrundgang und die Besichtigung des schönen Parkes am See laden hier zum Verweilen ein.

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Roger möchte sein Cachinventar etwas aufpolieren und daher werden wir auf der heutigen Fahrt ein wenig den Caches nachhüpfen. In Växjö sind wir nicht gross fündig geworden was dies betrifft. Dafür auf der nächsten Raststätte, welche wieder zum Picknicken an einem See einlädt. Schon lustig, wie hier in Schweden die Raststätten mit ihren schönen Seelein fast zu einer Touristenattraktion werden.



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Unser nächster Stop bringt uns in den Wald, wo wir mit Fangio noch einen Spaziergang machen. Er soll nachher eine Weile im Womo bleiben und daher jetzt noch seinen Auslauf kriegen. Mitten im Wald finden wir ein Stück einer alten Eisenbahnlinie. Die Schmalspurbahn führte damals hier über den kleinen Bach. Um die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen oder zu erhalten, wurde das Schienenteil über diesen Bach extra renoviert und wieder aufgebaut. Sieht noch witzig aus so ein Stück Schiene mitten im Wald.
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Jetzt geht es weiter zu Grönasens Elchpark. Der Park mit den verschiedenen Elchgehegen führt auf einer 1.3km langen Runde an den prächtigen Tieren vorbei. Man könnte fast meinen, dass wir die Attraktion sind, denn die Elche rennen praktisch auf den Zaun zu als sie uns auf der anderen Seite entdecken. Das weiche Fell auf dem Geweih der prächtigen Tiere steht ziemlich im Widerspruch zu ihrem fettig und borstigen Fell auf ihrem Rücken.

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Wir sind beeindruckt wie gross die Tiere sind und doch so zutraulich. Sie strahlen auch im Liegen noch eine Sicherheit und Ruhe aus, wirklich schön.

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Nach gut 2 Stunden Staunen und Beobachten fahren wir weiter zur Insel Öland. Öland soll laut Statistik die schwedische Provinz mit den meisten Sonnentagen sein. Die langgestreckte Insel – mit ihren unzähligen Windmühlen ein Paradies – entspringt laut Sage einem Schmetterling. In grauer Vorzeit soll ein riesiger Schmetterling von Schweden her versucht haben übers Meer zu fliegen.
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Durch die rauhen Ostwinde wurden ihm die Flügel abgerissen und er stürzte kurz vor der Küste ins Meer. Im Laufe der Jahre versteinerte er und bildete die Kalksteinfelsen, auf welchen sich die Insel nun erstreckt.







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19:45
Um die Insel zu erkunden bleibt uns heute keine Zeit mehr. Wir fahren daher bis zum nächsten kleinen Camping ganz an der Südspitze unten – zwischen Ottenby und Näsby – und quartieren uns dort für die Nacht ein.
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Auf der Fahrt hierhin haben wir entdeckt, dass ca. 3km. von uns entfernt ein Naturreservat liegt. Unser Abendspaziergang mit Fangio soll dorthin führen. Wir nehmen den Weg, der entlang des Campings in Richtung Meer führt und werden auf halber Strecke vor dem Waldeingang mit einem – wie könnte es auch anders sein – wunderschönen Sonnenuntergang belohnt.



Beim Waldeingang ist der Weg abgesperrt mit einer Schranke, was uns jedoch nicht weiter stört, denn die sind in Schweden üblicherweise nur für Autofahrer bestimmt. So beachten wir die Schilder links und rechts der Schranke auch gar nicht gross und wandern weiter des Weges. Plötzlich links des Weges sticht uns ein komisches Schild ins Auge. "Achtung vor niederprasselndem Werkzeug" oder so ähnlich... den Text konnten wir nicht wortwörtlich übersetzen, aber das Bild dazu sprach Bände. Wir wunderten uns ein wenig und gehen aber weiter des Weges, bis wir vor einer grossen eingezäunten Sendeantenne mit unzähligen Warnschildern und Überwachungskameras zu stehen kommen. Unter anderem ist hier Fotografieren strikte verboten. Schnell packe ich meine Kamera weg und weiche vom Zaun zurück. Ich hoffe nur, dass die nicht gefilmt haben wie ich hier fotografiert habe . Nun ist auch klar weswegen der Wanderweg mit einer Schranke abgesperrt ist und diese – für einmal – wohl auch von Fussgängern hätte beachtet werden sollen.
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Auf dem Rückweg zum Camping schmieden wir schon den nächsten Plan. Wir möchten heute unbedingt noch ein wenig die Tiere des Naturreservats beobachten und dazu die Gunst der Stunde in der Abenddämmerung nutzen. Mit unseren Bikes ist der Weg dorthin ein Klacks. Um die Tiere nicht aufzuschrecken lassen wir Fangio im Womo und fahren mit den Bikes die 3km zurück entlang der menschenleeren Strasse. Gegenüberliegend zum Sonnenuntergang tut sich uns ein neues Naturschauspiel auf. Der Vollmond in seiner vollen Grösse steigt über dem Wald empor.



Im Naturreservat angekommen fahren wir vorbei an frei laufenden Schafen und gelangen auf eine Kuhweide. Weiter vorne am Waldrand äsen die Rehe und blicken auf, als sie ins kommen hören. Durch den starken Wind – der auf Öland einfach dazu gehört – habe ich Mühe mein Teleobjektiv ruhig zu halten. Während ich mich mit fotografieren vergnüge sucht Roger in der aufgebauten langen Steinmauer nach der Cachedose, die hier liegen sollte.
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Aus dem Walde ertönt ein Elchruf und bald darauf raschelt es in meiner Nähe. Ich wage kaum mich zu bewegen. Weiter vorne, wo die Weide zu Ende geht und der Wald beginnt kommen ein paar schwarze Wesen raschelnd auf mich zu. Roger ist weder in Ruf- noch in Hörweite und bekommt davon noch nichts mit. Mit dem Teleobjektiv zoome ich auf den Waldrand und versuche herauszufinden was sich mir nähert. Ich unterdrücke einen schwachen Lacher als ich bemerke, dass es keine Elche sind sondern drei kämpfende schwarze Stiere. Die Kampfgeister – umringt von den muhenden Zuschauern – kommen immer näher zu mir. Langsam wird es mir ein wenig zu bunt und ich stelle schon mal vorsichtig und leise mein Bike wieder auf die sichere Seite des Weges.


Roger derweil immer noch auf der Suche nach dem Cache hat inzwischen auch gemerkt, dass sich hier Kühe und Stiere herumtreiben und kommt zu mir. In kurzen Sätzen erzähle ich ihm was sich hier abspielt. Da der Cache noch nicht gefunden ist und sich die Kühe wieder in Richtung Wald zurück bewegt haben, macht Roger sich wieder auf die Suche. Plötzlich rennt die ganze Kuhherde in Rogers Richtung. Ich pfeife laut um ihn zu warnen, doch er scheint mich nicht zu hören. Die Kuhherde hingegen – von meinem Pfiff entzückt – bleibt stehen und schaut in meine Richtung. Ich verharre still und weiss nicht genau was ich machen soll. BILD BILD

Den Kühen bin ich zu langweilig und daher rennen sie weiter immer näher zu Roger hin. Ein paar Sekunden später höre ich wie die Steinmauer weiter hinten in ihre Stücke zerfällt und gleich darauf sehe ich den Elektrozaun wackeln. Waren das nun die Stiere oder Roger? Auf mein Rufen hin kommt keine Antwort. Etwas später jedoch – von der sicheren Seite des Weges her – kommt mir Roger schmunzelnd entgegen und erzählt mir von seinem Ausbruch aus der Weide, ohne den Cache in den Händen zu halten.


Wir beschliessen, dass dies genug Abenteuer war für einen Tag und radeln gemächlich wieder zum Womo zurück. Glücklich über die vorbeihoppelnden Hasen, die uns nichts tun können und den Vollmond, der in voller Pracht auf uns scheint beenden wir den heutigen Tag.

17.07.2011 Die traumhafte Insel Öland
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Das Naturreserat hat uns gestern so in den Bann gezogen, da müssen wir unbedingt noch einmal hin. Ganz an dessen Ende – an der südlichsten Spitze der Insel – befindet sich der "Lange Jan", der grösste Leuchtturm Schwedens. Hier beginnt unser heutiges Abenteuer. Die ganze Südspitze der Insel liegt im Naturreservat, somit können wir rund um den Leuchtturm am Strand eine Schar verschiedener Vogelarten beobachten. Der Lange Jan ist sogar erklimmbar und bietet eine geniale Aussicht auf weite Teile der Insel und des Reservates.

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Danach wagen wir uns wieder in die Richtung von gestern Abend. Roger möchte noch einen Versuch starten den Cache bei Tageslicht zu finden. Aber was sehen wir da? Heute sind die Kühe auf der sicheren Seite des Weges! Ob die über das zusammengestürzte Mauerteil ausgebrochen sind? Schnell wandern wir mit Fangio an ihnen vorbei in die Weide, wo der Weg weiterführt. Die Weidetiere befinden sich nun draussen und wir drinnen. Ob wir da jemals wieder heil rauskommen? Wenigsten können wir nun gelassen bis ans Meer spazieren, im Wissen, dass uns die Kühe für eine Weile fern bleiben werden.






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Wieder zurück im Womo planen wir kurzerhand die weitere Route über die Insel. Wir fahren die Ostküstenstrasse gegen Norden hoch und im Westen wieder hinunter. Der südliche Teil der Insel ist von der baumlosen, vegetationsarmen Stora Alvaret (Kalksteinprärie) geprägt. Eine Runde in dieser Steppe wollen wir uns nicht entgehen lassen. Nach so viel Grün in ganz Schweden scheinen wir hier mit einem Mal nach Griechenland in den Süden versetzt. Wir geniessen den Spaziergang in dieser windigen Ebene unter freiem Himmel. Die weite Sicht hier auf das Weltkulturebe Unesco ist atemberaubend und löst ein Freiheitsgefühl sondergleichen aus.
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Durch unsere genüsslichen Naturerlebnisse wird die Zeit leider etwas knapp. Auf Öland gäbe es noch so viel zu sehen und zu erleben, aber wir müssen uns wohl oder übel etwas einschränken. So düsen wir nun eine lange Strecke nach Norden weiter – nach Sandvik – bis zur Riesenwindmühle.
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Bevor wir uns das 8-stöckige Bauwerk genauer anschauen stärken wir uns mit öländischen Spezialitäten (Fisch und Lufsa). Die Mühle kann bis zu oberst besichtigt werden und erst in ihrem Innern wird uns klar wie enorm so eine Windmühlenkonstruktion ist. Oben an der Spitze herrscht der rauhe Ostseewind und ich bin froh, dass die Mühle nicht mehr in Betrieb ist. Bei diesem Wind würden die Zahnräder hier ganz schön was in Bewegung setzen.
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Von Sandvik ginge es noch über 50km bis an die Nordspitze. Leider reicht und dazu die Zeit nicht mehr und somit geht unsere Fahrt hier wieder zurück Richtung Süden, weiter der Westküste entlang. Das nächste Naturreservat – Knisa Mosse – ruft. An dessen Eingang werden wir schon wieder von einer Schar Kühe begrüsst. Diese hier sind jedoch weiss und scheinen gut gestimmt zu sein. Wir steigen mutig über die Holztreppe vom Parkplatz ins Reservat ein und spazieren gemütlich an der Herde vorbei zum See hinunter.
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Ein idyllisches Fleckchen. Hier hausen unzählige Vogelarten und die Flora hat auch einiges zu bieten. Vom Aussichtsturm geniessen wir den Blick über den See und die anschliessende Küste bis auf das Meer hinaus und wandern danach wieder zum Womo zurück.





Die Fahrt geht weiter durch Borgholm wo sich zu unserer Rechten an der Küste inzwischen ein überfüllter Campingplatz an den anderen reiht. Ein Glück, dass wir das nicht mitmachen müssen. Kurz danach fahren wir am Gebiet der Sommerresidenz des Königspaares vorbei und gelangen nach Überqueren der 6km langen Brücke wieder auf das schwedische Festland.
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Die Zeit vergeht hier wie im Flug und eigentlich sollten wir schon lange wieder auf einem Camping sein. Wir lassen es uns nicht nehmen noch eine kleine Stadtrundfahrt durch Kalmar zu machen, bevor wir auf der Schnellstrasse nach Karlskrona flitzen. Ein Campingplatz in den Schären von Karlskrona ist unser Ziel für heute Abend.



18.07.2011 Karlskrona und seine Schären
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Es hat die ganze Nacht geregnet und heute Morgen als wir aufstehen regnet es noch immer. Wir packen schon mal vorsichtshalber die Regenmontur aus, die heute zum ersten Mal so richtig benutzt werden soll. Nach einem schnellen Frühstück checken wir von unserer Notunterkunft aus – wir haben den letztmöglichen Platz erhalten gestern Abend. Genau genommen war es gar kein richtiger Platz mehr, sondern nur noch ne Notlösung. Für uns aber optimal so.


Das schlechte Wetter hält uns nicht davon ab, heute Karlskrona einen Besuch abzustatten. Karlskrona ist die Hauptstadt der Provinz Blekinge. Durch die vielen Schäreninseln rund um Karlskrona hat der Ort schon im 17. Jahrhundert eine strategisch wichtige Position erlangt. Die Stadt wurde zu einem wichtigen Marinestützpunkt und konnte sich – geschützt durch die Schären – gut verteidigen und so über lange Jahre die Ostsee beherrschen. Die schwedische Flotte wird noch heute hochtechnisiert ausgebaut und weiter geführt. Dies mitunter auch ein Grund, warum einige Teile der Stadt nicht zugänglich sind und nicht fotografiert werden dürfen.
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Wegen der Militärparaden soll Karlskrona angeblich den grössten Marktplatz Europas besitzen. Dieser ist umgeben von zwei grossen Kirchen, wovon in der Stadt noch einige mehr zu finden sind. Hier zu sehen ist unter anderem die Dreifaltigkeitskirche und die Freiheitskirche. Beides sehr imposante Gebäude, welche wir nur von aussen bestaunt haben.


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Etwas weiter unten an der Ostsee finden wir – von einer dicken Mauer umgeben – den Stützpunkt und die Ausbildungsbasis der Navy. So eine dicke Mauer macht natürlich neugierig auf das was sich dahinter verbirgt, aber da ist uns der Zutritt verweigert. Der Mauer entlang führt ein Kopfsteinpflasterweg bis zur Admiralskirche. Eine der grössten Holzkirchen Schwedens. Von aussen ein typisch rotes Gebäude und von innen alles aus Holz in Blau und Weiss gehalten. Die Holzeinrichtung nimmt der Kirche den religiösen Touch und verleiht ihr den marinenötigen Stil, passend zur Navy.


Einige der vorgelagerten Schären sind heute sogar zugänglich für jedermann. Zu Marinezeiten wurden die Inseln strategisch genutzt und waren über lange Jahre hin kontaminiert und durften nicht betreten werden. In die Dekontamination dieser Inseln wurden imense Summen Geld gesteckt, so dass man sie heute ungefährlich besichtigen und begehen kann. BILD


Auf unserem ganzen Stadtrundgang halten wir immer wieder Ausschau nach einigen Caches, die hier massenhaft versteckt sein sollen. Am Hafen unten machen wir dadurch die Bekanntschaft einer deutschen Familie, die wir im Verlaufe des Tages noch einige Male in der Stadt antreffen. Beim Marinestützpunkt werden wir von einer schwedischen Familie angesprochen, die uns bei der Suche eines Caches vor der Admiralskirche hilft. Jedoch leider vergeblich.
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Nachdem wir alles gesehen haben und auch unsere Mägen gestillt sind, planen wir kurzum den restlichen Tag. Unsere Reise führt uns heute etwas früher auf einen Camping, wo wir noch die Sonne geniessen möchten, die inzwischen wieder aufgetaucht ist. Ganz klar, dass es kein gewöhnlicher Camping ist. Wir suchen uns die Insel Ivö aus , die mit einer gratis Fähre über den Ivönsjö erreichbar ist. Auf dieser Insel soll es nur den Camping und eine Burg geben mit einer fantastischen Aussicht. Das passt für uns.


19.07.2011 Von der Märcheninsel, über die Spuren des Rächers bis hin zum Stau des Jahres

Bevor wir uns von der Insel Ivö verabschieden wollen wir sie noch ein wenig genauer unter die Lupe nehmen. Dass wir das im wortwörtlichen Sinne auch tun werden ist uns am Morgen noch nicht bewusst. Nach dem üblichen Morgenprozedere brechen wir auf zur Burg Klack, die sich an der Spitze der Insel befinden soll. Der Parkplatz ist schnell gefunden. Von dort jedoch ist es etwas unklar wie es weiter geht. Sollen wir nun am Tor mit Verbotsschild vorbei oder doch am Hang den schmalen Pfad hochklettern und die Bergspitze erklimmen?

Wir entscheiden uns zuerst für den Weg hinter dem Verbotsschild, da dort Minuten zuvor auch jemand verschwunden ist. Nach einer Weile auf dem Weg scheint uns dieser doch nicht ganz richtig zu sein. Wir kehren wieder um und erkundigen uns auf dem Parkplatz noch auf der Infotafel nach dem richtigen Weg. Die Burg ist zweimal eingezeichnet. Einmal auf der Bergspitze und einmal am Wegende hinter dem Verbotsschild. Was nun? Wir entscheiden uns für die Bergspitze, da im Reiseführer stand, dass man von der Burg eine geniale Aussicht geniessen wird.
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Der schmale Pfad führt uns ein Stück den Hügel hinauf und weiter in den Wald hinein. Plötzlich endet der Weg jedoch in Laub und ist nicht mehr weiter verfolgbar. Mit unserem Garmin können wir nachvollziehen wo sich die Bergspitze befindet. An der selben Stelle soll auch ein Cache zu finden sein. Mitten durch den Wald hindurch über Farn und morsche Äste versuchen wir unser Glück. Nach einer Weile herumstaksen im Wald und nach ein paar Orientierungsschwierigkeiten finden wir die Bergspitze. Hier befindet sich weder eine Burg, noch deren Überreste, noch eine tolle Aussicht. Vor lauter Bäumen und Fliegen sehen wir den Wald nicht mehr. Immerhin hat sich das Gekraxel gelohnt, wir haben den Cache gefunden.


Unser nächstes Problem ist nun der Abstieg. Nehmen wir den selben "Weg" wieder hinunter oder versuchen wir unser Glück in Richtung der vermuteten Burg? Wir entscheiden uns für Letzteres, da wir einen neuen Weg entdecken, der hinunterführt. Wie könnte es auch anders sein, auch dieser Trampelpfad endet irgendwann wieder im Nichts und wir stehen vor Farn, Laub und Gehölze. Tapfer steigen wir weiter nach unten, bis wir an eine wunderbare einsame Sandbucht gelangen, die uns zu einem Bad einlädt. Da die Bucht im Schatten liegt und wir nichts zum Abtrocknen mitgeschleppt haben, schwelgen wir eine Weile in den Badegedanken und ziehen dann weiter.
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Die Burg ist immer noch ausser Sichtweite. Zu unserer Linken liegt der "Burgväg", der direkt in der Sandbucht endet und zu unserer Rechten in ca. 100m der Klackväg, der nach der Burg benannt ist. Unsere dritte Entscheidung an diesem Tag fällt für den Klackväg, da uns dieser – falls die Burg nicht auftauchen sollte – wenigstens wieder in die Nähe unseres Womos bringen wird. Diese Entscheidung sollte sich einige Meter später als die Verhängnisvollste herausstellen. Wir landen in Mitten von Brennesseln, Farn und Dornengestrüpp. Dem Weg jedoch kommen wir immer näher, die Richtung scheint demnach zu stimmen. Ein wenig verwirrt sind wir durch die Stimmen, die ca. 80m oberhalb unserem Standort ertönen, denn der Weg sollte sich inzwischen ca. 60m unterhalb von uns befinden. Stimmt nun unser Navi nicht mehr, oder sind diese Leute auch wild durch den Wald gestreift? Für einmal schenken wir dem Navi Glauben und kämpfen uns tapfer weiter an den natürlichen Hindernissen vorbei. Juhu, das Glück ist auf unserer Seite. Einige Minuten später steigen wir auf den Weg hinaus, dem Walde entsprungen und spazieren erschöpft von der morgendlichen Tour wieder zum Womo zurück. Die heutige Abenteuerlust scheint gestillt.
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Unsere Fahrt führt nun wieder von der Insel weg weiter gegen Süden. Degeberga steht auf dem Programm. Kurz vor dem Dorf finden wir noch einen Cache bei einer ehemaligen Ziegelhütte. Ganz schön gruselig hier. Die Hütte scheint einem Mankellroman entsprungen. Ein Haus aus orangen Ziegeln gebaut, die Fenster teilweise gegen aussen, aber auch gegen innen eingeschlagen. Innen alles durchwühlt, Zeitungen und Kleider, sowie Dosen liegen auf dem Boden.

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Die Möbel stehen wild in den Zimmern und sind teilweise umgekippt und zerstört. Der modrige Geruch deutet darauf hin, dass hier schon eine Weile kein menschliches Lebewesen mehr haust. Glücklicherweise finden wir hier keine Leiche, was aber gut gepasst hätte zum gesamten Stil der hier herrscht. Wir schauen uns um, ob irgenwo Komissar Wallander zu finden ist. Sobald die Luft rein ist, nehmen wir aus dem Stromversorgungskasten das Logbuch und loggen den Cache. Nach ein paar weiteren Fotos im Kriminalkommissarstil verschwinden wir wieder so leise wie wir aufgetaucht sind und fahren weiter nach Degeberga.





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Beim Abzweiger nach Forsakar halten wir links auf den Parkplatz zu und starten unsere Wanderung im Naturschutzgebiet. Der Weg führt durch einen Buchen- und Eichenwald bis hin zu einem Wasserfall. Wir geniessen die schöne Runde in der Stille und lauschen dem Plätschern des Wasserfalles und dem Rauschen des Baches. Nach dieser erholsamen Tour möchten wir uns das Fischerdorf Simrishamn anschauen.



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Unser treuer Begleiter, das Navi, führt uns zielsicher dorthin. Doch was ist das denn? Auf einer Überlandstrasse stehen wir plötzlich unvermittelt im grössten Stau aller Zeiten. Der Stau will und will nicht enden, er führt den Hügel hinauf, auf der anderen Seite wieder hinunter und sofort wieder hinauf. Was zum Himmel verbirgt sich hinter diesen Hügeln in dieser Einöde, dass halb Schweden dort anzutreffen ist? Ein Unfall oder eine Baustelle kann unmöglich so einen Stau verursachen. Nach ca. 40 Minuten Stau, Vögel- und Naturbeobachten sehen wir das Dorf Kivik.
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Mir fällt es wie Schuppen von den Augen. Ich habe gelesen, dass in Kivik an drei Julitagen jeweils ein Markt statt findet, der die Schweden in Massen anzieht. Da ich das Dorf auf unserer Karte nicht gefunden habe, schenkte ich dieser Aussage keine weitere Bedeutung. Dies hatte sich nun als Fehler herausgestellt. Kivik, ein unscheinbares Dorf mitten in der Pampa scheint im Juli mit seinem Markt halb Schweden anzulocken. Und dies an einem Ort, der nur über eine Strasse erreichbar ist und seit Staubeginn nicht umfahren werden kann. Welch ein Graus, genau an einem dieser drei Tage fahren wir hier entlang.
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Durch diesen Stau – und natürlich auch durch unser morgendliches Abenteuer – haben wir heute schon zu viel Zeit verloren. Das Dorf Simrishamn können wir nur noch per Campertour besichtigen.

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Wir fahren also noch etwas weiter nach Beddingestrand zur südlichsten Spitze von Schweden und quartieren uns dort für die Nacht ein. Ein Glück, wir kriegen wieder einmal einen Reserveplatz. Im Süden ist wohl touristisch einiges mehr los als weiter oben.
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20.07.2011 In den Fusstapfen von Kommissar Wallander

Unsere heutige Reise soll uns definitiv in die Region von Kommissar Wallander bringen. Wir fahren ca. 30 Minuten zurück nach Ystad wo die bekannten Romane von Wallander spielen. Im Tourismusbüro holen wir uns eine Strassenkarte und ein Faltblatt in welchem die einzelnen Stationen beschrieben sind.

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Ystad ist eine Kleinstadt mit unzähligen Fachwerkhäusern in vielen Farben, eingerahmt von bunten Stockrosen. In Mankells Romanen verbirgt sich hinter den Fassaden der wirklich existierenden Umgebung Ystads das Grauen. Die Idylle des Städtchens bildet dazu den optimalen Kontrast.





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Ystad selbst gefällt uns sehr gut. Eine Kleinstadt, in welche man sich sofort verlieben kann. Die Gässchen versprühen einen gewissen Charme und die verschiedenen Plätze sind umringt von eleganten bis einfachen Cafés, die einen Besuch auf jeden Fall wert sind. Auch kulturell hat Ystad einiges zu bieten. Nebst den Schauplätzen von Wallenders Romanen findet man hier das besterhaltenste Theater von ganz Schweden. Es wird auf das Jahr 1894 datiert und ist immer noch in seinem Originalzustand. Dies wohl mitunter ein Grund weswegen es als Schmuckstück der Stadt bezeichnet wird.

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Das älteste Gebäude der Stadt ist die St. Marienkirche. Sie wurde um 1200 errichtet. In ihr hatte unter anderm Wallanders Hochzeit, sowie die Beerdigung seines besten Freundes und Arbeitskollegen statt gefunden. Von 21:15 bis 01:00 ertönt vom Turm dieser Kirche jeden Abend alle 15 Minuten das Kupferhorn des Turmwächters der Stadt. Dies ist eine Tradition aus dem 17. Jahrhundert, die bis heute erhalten geblieben ist. Das Horn soll verkünden, dass alles ruhig ist.


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Nach den Eindrücken aus Ystad fahren wir weiter über Trelleborg in die angrenzende Halbinsel. In Skanör wollen wir uns ein feines Mittagessen gönnen. Es soll dort ein Lokal geben, welches lokale Gänse- und Fischspezialitäten anbietet. Leider finden wir das Restaurant geschlossen vor, jedoch mit einem Hinweis, dass ein Lunch bis um 16 Uhr im dazu gehörenden Hotel um die Ecke angeboten wird. Kurzerhand parkieren wir in den Schatten um die Ecke um und spazieren ins besagte Hotel. Für einmal können wir beim Mittagessen neben dem Pool im Innenhof ein wenig Hotelluft schnuppern. Die Menus sind köstlich hier, der weite Weg hat sich gelohnt, auch wenn wir nicht ganz dort gegessen haben wo es geplant war.



Im nächsten Dorf soll es ein nachgebautes Wikingercenter geben. Da uns noch genügend Zeit bleibt, lassen wir uns den Spass nicht entgehen und fahren dort noch vorbei. Dadurch, dass sich hier Schweden in Wikingerkleidern präsentieren und das Leben der damaligen Zeit eindrücklich illustrieren wird das Dorf zum Leben erweckt. Wir werden für einige Minuten in der Zeit versetzt und in den Bann gerissen. Es wäre ja witzig, wenn man hier mal ein oder zwei Tage so leben könnte wie damals.
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Unsere letzte Station für heute und auch die letzte unserer Schwedenreise gilt Malmö. Malmö ist Schwedens drittgrösste Stadt und dennoch fühlt man sich in deren Inneren in eine idyllische Kleinstadt versetzt. Auch Malmö besitzt den gewissen Charme mit den typischen Fachwerkhäusern und versetzt einen in eine andere Welt. Am Storatorget finden wir das ehrwürdige Rathaus, das im Laufe der Jahre mehrmals umgebaut wurde. Ein imposanter Bau. Der Lillatorget – etwas kleiner als sein grosser Bruder – zieht einen in den Bann. Umgeben von den vielen Cafés findet hier das Leben von Malmö statt. Der Platz wurde im Jahre 1591 erstellt, als der Storatorget platzmässig nicht mehr ausreichte. Nebst einer riesigen Einkaufsmeile findet man in Malmö auch viel Grünfläche und wunderschöne Parks.

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Das Wahrzeichen der Stadt bildet der Turning Torso, das wohl grösste Hochhaus von ganz Skandinavien. Mit seinen 190m Höhe und seiner speziellen architektonischen Bauweise soll er ein Aufbruch ins neue Jahrtausend eingeläutet haben.





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Unser letzter Schlafplatz in Schweden ist auf einem Campingplatz in Malmö ganz in der Nähe der Östersundbrücke. Wir hausen heute auf einer grossen Wiesenfläche unter Bäumen. Bis zum Strand mit Blick auf die Öresundbrücke sind es nur ein paar Meter zu Fuss.

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Auf dem Campinggelände flitzen wilde kleine Hasen herum, die unsere Aufmerksamkeit wecken. Wirklich süss wie sich die hier in die Nähe der Touristen wagen und schnell und wendig wieder um die Ecke flitzen wenn man ihnen zu nah kommt.
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21.07.2011 Bereit für die Rückkehr, wir verlassen das Land der scheinbar endlosen Freiheit

08:00
Tagwache ist heute sehr früh, denn wir haben noch ne lange Reise vor uns und möchten vorher noch schnell was erledigen.

09:30
Schon früh sind wir daher unterwegs nach Malmö, wo wir noch die letzten Besorgungen auf schwedischem Boden erledigen wollen. Wir sind anscheinend für schwedische Verhältnisse so früh dran, dass noch praktisch kein menschliches Lebewesen in den Gassen Malmös zu finden ist. So erwecken wir wenigstens nicht den Eindruck Touristen zu sein, hat ja auch seine Vorteile. Der Nachteil daran ist jedoch, dass die meisten Läden noch gar nicht geöffnet sind und wir somit etwas ziellos durch die Gassen eilen. Schlussendlich entdecken wir das gesuchte Lokal und stürmen es richtig gehend. Unser Ziel: vor Abreise noch einige schwedische Erinnerungen kaufen und uns ein wenig schwedischen Lebensstil mit nach Hause zu nehmen. Mit vollen Händen, diversen Taschen und ein paar schwedischen Kronen weniger im Sack verlassen wir das Geschäft strahlend und kehren zum Womo zurück.
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12:00
Pünktlich wie geplant können wir unsere Heimreise in die Schweiz antreten. Die Fahrt über die Öresundbrücke ist beeindruckend. Auf der Brücke windet es sehr stark und wir kommen mit dem Womo immer wieder ins Schwanken. Der Regen erschwert uns gute Fotos von der Brücke zu machen und die beeindruckende Durchfahrt festzuhalten. Nichts desto trotz geniessen wir die Überfahrt nach Dänemark.
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12:25
Schon knapp 30 Minuten später verlassen wir den schwedischen Boden und betreten dänisches Gebiet. Wir geniesse die letzten Blicke zurück in die schöne Natur und verlassen nach und nach das Grün, die blauen Seen und die Einsamkeit, die wir nun 3 Wochen lang geniessen durften.




Wir fahren und fahren. In Deutschland zeigt unser Navi schon wieder diverse Staus an – ein Zeichen dafür, dass wir uns belebteren Regionen nähern. Dank unserem Navi können wir die Staus gekonnt umfahren und dürfen von Glück reden, dass auch auf der Umfahrung erst nach unserer Durchfahrt Stau angesagt ist. Gut gemacht. Die Fahrt durch Hamburg Stadt holt uns von den schwedischen farbenfrohen Kleinstädtchen zurück auf den Boden der deutschen Realität. Hier reiht sich ein Hochhaus an das andere und von Idylle und Gelassenheit der letzten drei Wochen ist hier keine Spur. Als wir uns wieder auf der Autobahn befinden fahren wir bis um Mitternacht weiter. Kurz vor Mannheim, bei der Raststätte in Lorsch machen wir für ein paar Stunden Halt und erholen uns.

Das wird unsere letzte Übernachtung im Womo werden.

22.07.2011 Ade Freiheit, Natur und wunderbare Einsamkeit – zurück bleiben die traumhaften und wunderschönen Erinnerungen

07:00
Schon früh stehen wir heute auf, damit wir es noch rechtzeitig vor dem Mittag nach Steinen schaffen. Nach einem schnellen Morgenkaffee packen wir unsere sieben Sachen wieder in alle Taschen und leeren die Schränke.

Pünktlich vor Mittag treffen wir in Steinen ein und können noch bei den letzten Sonnenstrahlen all unser Hab und Gut vom Camper in unser Auto rüber laden.

Nach vollbrachter Übergabe des Campers geht die Reise weiter nach Hause.

Välkommen hem!

Wir werden Schweden vermissen, die 3 Wochen sind viel zu schnell vorüber gegangen.

Was wir im Norden alles erlebt und gesehen haben vermögen wir kaum in Bildern festhalten, geschweige denn in Worte zu fassen. Das Land ist so etwas von beeindruckend und unbeschreiblich schön. Ich kann es nur jedem ganz fest ans Herz legen sich dies im Leben als Ziel zu setzen.

Wir werden von diesem Urlaub wunderbare Erinnerungen mit nach Hause nehmen und noch lange davon zehren. Die wunderbare eindrückliche Natur, die Einsamkeit, die Ruhe und Stille, und die Gastfreundlichkeit der Schweden sowie die abenteuerlichen Erlebnisse waren so einmalig und kaum nachvollziehbar wenn man nicht dabei war.

Es wird mit Garantie nicht unser letzter Urlaub in dieser Region bleiben. Es stellt sich nur die Frage in welcher schwedischen Provinz unsere nächsten Abenteuer beginnen werden.

Tack sverige och tills nästa gang!
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Copyright © Sabine Mueller