Schweden – Sommer 2011

02.07.-08.07.

02.07.2011 Der grosse Tag – Beginn der 3-wöchigen Schwedenrundreise

BILD

08:15
Abfahrt nach Steinen zur Übernahme des Campers.

09:30
Ankunft in Steinen, Instruktion, Packen und Übernahme des Campers

11:45
Abfahrt mit dem Camper in Steinen.
Das Wetter spielt noch immer mit, es ist sonnig und warm. Bevor wir uns hinter den Lebensmitteleinkauf machen, fahren wir schon mal eine rechte Strecke in Richtung Norden. In Rastatt überkommt uns langsam der Hunger. Wir zweigen von der Autobahn ab und kurven etwas ziellos durch die Stadt und suchen einen brauchbaren Lebensmittelladen mit genügend grossem Parkplatz für unseren Camper. Ca. 30 Minuten später und schon fast wieder auf der Autobahn finden wir einen Aldi. Hier wird eingekauft und der Kühlschrank gefüllt.

BILD



Die Weiterfahrt in Richtung Flensburg ist ziemlich öde. Die Landschaft ist immer wieder die selbe und die Strecke somit nicht sehr anspruchsvoll. Kurz vor Frankfurt a.M., nach 308km Strecke, ist die erste Tankfüllung fällig. Inzwischen ist der schöne Sonnenschein langsam übergegangen in einen schwarzen Himmel, der erahnen lässt, dass unsere Weiterfahrt im Regen enden wird. Wir möchten heute sicher noch Kassel erreichen. Die Fahrt verläuft prima und dank dem wenigen Verkehr kommen wir flott voran.








21:15
Kassel haben wir schon längst hinter uns gelassen. Da es langsam spät wird und sowohl der Hund, als auch wir einen kleinen Hunger verspüren, beschliessen wir, die Nacht über auf einer Raststätte zu verbringen. Kurz vor Hildesheim (vor Hannover) finden wir die passende Stelle. Inzwischen ist der Regen definitiv eingetroffen. So wird die Regenmontur gesattelt und los geht es zum Abendspaziergang mit dem Vierbeiner. Hier gibt es einiges zu beschnuppern und zu bestaunen. Nachdem wir alle gut verlüftet sind und die Beine gelockert haben, stellt sich Sabine hinter den Herd und Roger bereitet das Nachtlager vor. Nach den Tomatenspaghettis ist Nachtruhe angesagt.

03.07.2011 Weiterfahrt bis nach Dänemark

08:30
Tagwache. Die Nacht über hat es ziemlich gestürmt und geregnet, das war herrlich zum schlafen.

09:45
Nach einem schnellen und kurzen Frühstück (mit frischen Kaffee, extra von Roger eingekauft) und einem morgendlichen Spaziergang mit Fangio verabschieden wir uns von unserem ersten Schlafplatz und rollen weiter in Richtung Flensburg. Kurz vor Hamburg (Harburger Berge) braucht unser Tank die zweite Füllung. Wir haben jetzt schon ca. 825km Fahrt hinter uns. Das Wetter ist noch immer leicht regnerisch und bewölkt. Als wir auf der Autobahn Hamburg passieren bestaunen wir links und rechts den grossen Hafen und schiessen die ersten Ferienfotos.

BILD

Weiter geht die Fahrt via Kolding auf die Insel Fyn. Seit der dänischen Grenze ist das Wetter schon bedeutend besser geworden. Somit können wir den letzten Halt vor dem Abend noch bei Sonnenschein und warmem Wind verbringen. BILD

Vor der grossen Belt Brücke kurz nach Nyborg halten wir an. Wir erkunden ein wenig die Umgebung, geniessen die wunderschöne Landschaft mit den kleinen Seen und den frei laufenden Pferden und lassen den warmen Wind durch die Haare wehen.





BILD


Auf der einen Seite der kleinen Bucht wandern wir der grossen Belt Brücke entgegen und bewundern das riesige Monument. Die 20km lange Brücke über das Meer ist nur in ihren Anfängen zu erkennen und verschwindet ohne Ende hinter dem Meereshorizont. Kein Wunder, dass dort ein Cache versteckt wurde, den wir natürlich kurzerhand loggen. Auf der anderen Seite der Bucht, hinter einem Dorf, das eigens für Kurse erbaut wurde und im typisch dänischen Stil errichtet ist, finden wir einen hölzernen Aussichtsturm, bei dem wir sogar einen zweiten Cache loggen können.



BILD


Nachdem wir die Ruhe genossen haben und uns vom wunderschönen Anblick der kleinen Seenlandschaft und des Moorgebietes lösen können, suchen wir den Leuchtturm auf. Schon von der anderen Seite der Bucht erkennen wir das herzig kleine viereckige Türmchen. Davon soll es einige geben in dieser Gegend.





Wieder zurück im Camper suchen wir anhand des Campingführers einen Übernachtungsplatz, den wir gerne anfahren möchten. Hundestet – passend für uns – ein Dorf mit Camperplatz am Hafen nördlich von Kopenhagen. Nachdem abgeklärt ist ob noch Plätze frei sind, steigen wir in den Camper und nehmen die Fahrt über die grosse Belt Brücke in Angriff. Eine Fahrt die uns – dank den Velos die dabei sind – etwas mehr kosten sollte als geplant. 335DKK und dies nur, weil wir die Gesamtlänge von 6m knapp überschreiten. Wenn man bedenkt, dass wir ohne Velos 220DKK bezahlt hätten, lohnt sich die Überlegung, ob wir bei der nächsten Brücke die Velos abnehmen und in den Camper stellen.
BILD BILD

Auf der anderen Seite der Brücke wird der Himmel wieder langsam schwarz, was uns nicht weiter beunruhigt. Solange es trocken und warm bleibt soll es uns recht sein. Die Fahrt führt uns durch verschiedene Dörfchen bis nach Hundestet an den Yachthafen. Die 5 einzigen Camperstellplätze stehen uns zur freien Verfügung, ein Reservationsanruf währe wohl nicht nötig gewesen. Auf den Holztischen nahe den Schiffen gönnen wir uns ein Abendessen, geniessen die salzige Meeresluft und die Ruhe hier.

23:30
Nachtruhe, erst vor ein paar Minuten ist die Sonne untergegangen und die Dämmerung stellt sich ein.

04.07.2011 Überfahrt ins schwedische Gebiet – erste Erfahrungen im Naturreservat

08:00
Tagwache. Da es schon früh hell ist, hat mein kein richtiges Zeitgefühl mehr und kann sich daher nicht wirklich an einen Tagesrhythmus gewöhnen.

BILD BILD


Heute Morgen soll die Hauptprobe mit dem Wassernachfüllen für den Camper stattfinden. Nach einigen Versuchen und nach einigem Hin und Her zwischen Wasserhahn und Camper gelingt es uns, den Frischwassertank wieder zu befüllen. Derweil wird das Frühstück vorbereitet, das natürlich wieder am Hafen vorne auf den Holztischen eingenommen wird. Nach dem Frühstück und einer kurzen Lagebesprechung geht die Fahrt weiter in Richtung Schweden. Da der Weg über die Oeresundbrücke einiges an Zeit kosten würde, beschliessen wir kurzerhand, den Hinweg nach Schweden mit der Fähre von Helsingor (DK) nach Helsingborg (S) zurückzulegen. Eine Fahrt von rund 20Minuten.





Punkt 12:45 betreten – bzw. befahren – wir das schwedische Territorium in Helsingborg. Die Reise führt uns entlang der Westküste in Richtung Mittelschweden. Unser erster Halt in Schweden ist in Mölle, einem Landspickel, der in die Ostsee ragt und einen Blick auf den Oeresund erlaubt. Kurz nach Mölle beginnt das Naturreservat Kullaberg, an dessen Beginn wir unser Womo parkieren. Entlang den ausgeschilderten – bzw. nicht ausgeschilderten – Wegen stürzen wir uns auf in's Dschungelabenteuer hin zum Aussichtspunkt. Die gewählte Wanderroute stellt sich schnell als anstrengend und kräfteraubend dar. Gewagten Schrittes ziehen wir jedoch weiter von dannen, bis wir schlussendlich mit einem niedlichen Fleck Strand unterhalb eines typisch schwedischen Cafés belohnt werden. Dazu eine herrliche Aussicht auf das Dörfchen Mölle. Fangio erfreut sich seines ersten Meerwasserbades. Etwas schwierig gestaltet sich, dass er aus diesem salzigen Meerwasser nicht trinken darf.
BILD BILD BILD











Nach getankter Wärme und Ruhe machen wir uns zurück an den Aufstieg zum Womo. Weiter geht die Reise nach Falkenberg. Dort möchten wir auf einem Campingplatz den Akku laden und einen gemütlichen Abend und die folgende Nacht verbringen. Hansagards Camping ist hierzu genau der richtige Ort. Platz Nummer 73 ist schnell ausgewählt. Wir staunen nicht schlecht, als wir bemerken, dass hier so viele Hunde zu sehen sind. Gelten die Schweden doch angeblich als hundeunfreundlich.

05.07.2011 Hin zum Vänernsee – nächtliche Abenteuer hinter der Papierfabrik

11:00
Nach der Lagebesprechung für den heutigen Tag und nach der ordentlichen Abgabe des Campingplatzes führt uns unsere Fahrt in den nächstgelegenen schwedischen Lebensmittelladen. Wir staunen nicht schlecht, was dort alles angeboten wird. Die Auswahl an verschiedenen Lebensmitteln in so einem kleinen Ort ist um ein vielfaches grösser als bei uns in der Schweiz. Bei gewissen Nahrungsmitteln geht jetzt das heitere Rätselraten los. Was ein Basilika Kex ist, ist klar, aber was um Himmels Willen ist Vitlök, das ebenfalls darin enthalten ist? Da geht wohl nichts über probieren.

BILD BILD

Bevor wir die Region nun ganz verlassen widmen wir unsere Aufmerksamkeit dem hübschen Städtchen Falkenberg. Ein Besuch dort lohnt sich auf jeden Fall. Sei es, dass man nur das schwedische Essen erleben will, oder sich ein Schnäppchen an der Einkaufsstrasse holen will. Uns locken momentan aber andere Pläne, unser Abenteuer geht jetzt weiter nach Vänersborg, zur Stadt die am südlichen Zipfel des Vänernsees liegt. Der Vänernsee ist der drittgrösste See in Europa und der grösste See von Schweden. Diese Attraktion wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen.






BILD BILD BILD BILD












In Vännersborg ist nebst der Stadtbesichtigung wieder einmal Cachen angesagt. Die verschiedenen Caches zeigen uns den schönen Strandweg entlang des Sees mit seinen grünen Parkanlagen. Eine Idylle! BILD



BILD


So wenig Leute sind hier zu finden, ideal um sich auf das Stadtgewimmel vorzubereiten. Weiter geht die Erkundungstour ins Innere von Vänersborg zur Kartonfabrik, vorbei an der "Stokfabrik" bis hin zum alten Wasserturm. Die roten schwedischen Backsteingebäude sind auch hier überall wieder zu finden, sogar die Kirche ist passend in diesem Stil erbaut.






Von Vänersborg geht die Fahrt weiter nach Högsäten. Dort schauen wir uns einen Campingplatz an, bei welchem wir gerne übernachten möchten. Er liegt direkt am See. Die vielen deutschen Touristen schrecken uns jedoch von diesem idyllischen Ort ab und wir beschliessen diese Nacht in der Wildnis zu verbringen. Diese Idee ist kein einfaches Unterfangen, wenn man bedenkt, dass alle bebaubaren Stellen an den Seen schon an Campingplätze oder an Einheimische vergeben sind. Alle Waldwege, welche steil abfallend von der Strasse weg führen sind für den nicht ganz risikofreudigen Womofahrer auch nicht ideal.

Ca. 21:30
Erst spät am Abend gelingt es uns eine Stelle am Wasser zu finden, wo wir ungestört verweilen können. Nicht ganz ideal hier, aber ruhig ist es auf jeden Fall. Ein kleines Stück von uns entfernt hinter einem Friedhof und einem grossen Parkplatz befindet sich die Papierfabrik von Billingfors. Das einzige was uns hier noch stören könnte sind die parkenden und übernachtenden LKW-Fahrer, die darauf warten, am nächsten Morgen ihre Ware anliefern zu können. Wir stellen unser Womo so hin, dass wir direkt am See sitzen und vom Rest abgeschottet sind. So passt es wunderbar und wir kriegen vom ganzen Rummel nichts mit und haben unsere Ruhe.
BILD BILD BILD











Unser Abendspaziergang – oder besser noch Mitternachtsspaziergang – führt uns rund um die Anlagen der Papierfabrik. Dort entdecken wir einen Kanal, der zur Warenbelieferung über die verschiedenen Seen erbaut wurde. Dank der anderen Lichverhältnisse um diese Jahreszeit, ist es um Mitternacht noch fast hell. So spazieren wir entlang des Kanals noch ein wenig weiter und geniessen den Abend. Hinter der Papierfabrik liegt ein Privatgelände, entlang dessen ein Spazierweg durch den Park führt. Irgendwo hier soll gemäss Wegweiser ein Freilichttheater zu finden sein.
BILD

Plötzlich biegt der Weg in ein Waldstück ab, wo es der Bäume wegen langsam dunkel wird. Als wir mit der Taschenlampe in den Wald leuchten erblicken wir ein Häuschen und wollen schon wieder umkehren. Die Neugier und der bald dahinter versteckte Cache nehmen uns jedoch in den Bann, an eine Umkehr ist nicht mehr zu denken. Mutigen Schrittes mit dem Hund an der Front im Gespann schreiten wir mit der Taschenlampe bewaffnet in den Wald hinein. Plötzlich stehen wir auf einer kleinen Lichtung, wo wir links von uns wieder die Häuschen entdecken und rechts davon eine aus Steintreppen errichtete Tribüne. Wir lachen fast laut auf. Was uns von der anderen Seite als Privatgelände erschienen ist, war wohl der Hintereingang – oder der Direkteinstieg über die Bühne – des Freilichttheaters. Hier wird sich wohl kaum ein Tourist verirren, doch ein Besuch dieses Ortes ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Dieser Ort hier scheint einem Märchen entsprungen. Den Cache haben wir leider nicht gefunden, aber gelohnt hat es sich allemal.

01:30
Nach der üblichen Kriminalabendgeschichte schlafen wir ein.

06.07.2011 Ein gemütlicher Tag

08:00
Dank dem späten Sonnenuntergang gewöhnt man sich in Schwedens Sommer schnell an einen anderen Tagesrhythmus. Bei Helligkeit am Vorabend schon früh ins Bett zu steigen liegt nicht wirklich drin. Im Gegenteil, das warme gemütliche Klima regt zu langen Nachtwanderungen und Abenteuern an. An ein Ausschlafen am Morgen danach ist aber nicht zu denken, denn bei den warmen Temperaturen wird es schnell warm im Camper und viel zu heiss um lange zu schlafen. So stehen wir schon wieder bei Zeiten auf und freuen uns auf ein Frühstück mit Seesicht.
BILD



Nachdem wir die Aussicht genüsslich eingesogen haben geht die Fahrt weiter in Richtung Norden nach Karlstad. Dieses Mal möchten wir den Campingplatz etwas früher anfahren und den restlichen Nachmittag mit kurzen Spaziergängen, Sonnenbaden und Seebaden direkt vor Ort verbringen.

BILD BILD




Wir fahren zum Bomstad-Baden Camping. Hier hat es für Fangio sogar einen eigenen Strand. Wir stellen den Camper auf den Platz, richten uns mit Tisch und Stühlen gemütlich ein und gönnen uns erst einmal einen Snack.
BILD



Danach geht es auf zum "Hundbad" wo Fangio sich genüsslich seinem Lieblingselement widmen kann. Das Wasser im Vänernsee ist sehr warm und lädt zum Baden ein. Nachdem das Nass genossen ist, spazieren wir durch den schönen Wald und suchen den Cache hier beim Platz. Hier wimmelt es von Heidelbeeren und man wagt kaum einen Schritt neben den Weg zu machen. Natürlich finden wir den Cache trotzdem.



Wieder zurück beim Camper können wir den geladenen Laptop übernehmen, unsere vielen Erinnerungsfotos abspeichern und das Tagebuch weiterführen.

07.07.2011 Ein wenig schwedische Geschichte

BILD BILD

Heute morgen fahren wir nach Karlstad und besichtigen den nördlichsten, grössten Ort am Vänernsees. Eine Grossstadt die einen überschaubaren Stadtkern hat, den wir innert kurzer Zeit gemütlich durchwandert haben. Der Kern der Stadt liegt an der Kungsgatan und der Tingsvallagatan, die zusammen die Einkaufsstrasse und Restaurantstrasse von Karlstadt bilden. In deren Mitte führt ein langer Marktplatz direkt auf den Dom zu.



BILD BILD

Unsere nachfolgende Fahrt führt dann ins "Blaue" resp. Grüne in Richtung Lesjöfors. (Sjö bedeutet übrigens See.) Auf der Fahrt dorthin kommen wir an der Langbans Gruvy vorbei, wo natürlich ein obligatorischer Halt zu machen ist. Die Langbans Gruvy ist ein Überbleibsel des früheren Eisentagbaus. Wir sehen einige stillgelegte Minen, die nicht mehr begehbar sind und ein Dorf im schwedisch roten Landhausstil, das zur damaligen Zeit für die Minenarbeiter erbaut wurde. Nebst der ultra kleinen Kantine sind die enorm grossen Türme zu sehen, mit denen das Eisen zu Tage gebracht wurde. BILD

Sogar ein Kompressorhäuschen und den Schmiedeofen aus dem 18. Jahrhundert können wir besichtigen. Der schwarz/weiss Film, welcher den Tagbau und die Herstellung der Eisenbarren erklärt beeindruckt uns sehr.

BILD

16:00
Weiter geht es nun nach Lesjöfors selbst. Dort wartet ein Trollpfad auf uns. Direkt beim Beginn des Pfades finden wir noch ein Museum vor. Es erzählt die Geschichte der Entstehung von Lesjöfors. Auf den ersten Blick erscheinen uns die herumliegenden Metallteile wie angesammelter Gerümpel. Beim näheren Hinschauen erst erkennt man jedoch deren Charme. Leider hat das Museum schon um 16:00 geschlossen und wir können nur noch dessen Garten bestaunen.

BILD

BILD

Alsdann geht unsere Reise – diesmal in Form eines Fussmarsches – weiter entlang dem Trollepfad. Dieser führt uns 3.2 km tief in den Wald hinein und den Hang hinauf. Der Weg ist märchenhaft gestaltet. Wir werden von unzähligen Trollen und Tieren geführt, so dass man sich in eine andere Welt versetzt glaubt. Hier gucken ein paar freche Kerlchen hinter einem Häuschen hervor, dort späht eine Eule vom Ast herunter und hinter dem nächsten Baum singt der Trollchor ein Ständchen....


BILD BILD BILD











Nach einer geraumen Zeit sind wir wieder zurück bei unserem Camper. Unterwegs haben wir den Plan geschmiedet, dass wir an den schönen Rastplatz hinunterfahren, an welchem wir vorbeispaziert sind und dort übernachten. Leider ist dieser Platz bei unserer Rückkehr nicht mehr so verlassen wie zuvor. Somit fällt dieser Plan wortwörtlich ins Wasser.

19:15
Los geht die Suche nach einem schönen Platz am See. Klar, dass um diese Uhrzeit schon alle öffentlich zugänglichen Plätze von anderen Campern besetzt sind. Knapp vor Mitternacht kommen wir von der Idee weg, heute noch einen Platz für uns am See zu finden. Wir halten Ausschau nach einer gemütlichen Stelle im Wald, wo vielleicht noch ein Elch anzutreffen sein wird. BILD BILD

Auf unserer Fahrt in den Wald verabschiedet sich auch schon die Sonne vom heutigen Tag. Um den Sonnenuntergang in seiner vollen Grösse fotografisch festhalten zu können halten wir schnell an. Da ich nicht die richtige Grösse habe und wir uns auf einer abfallenden Strasse befinden, die immer wieder im Wald verschwindet ist das Fotografieren nicht so einfach und auch nicht ganz ungefährlich. Ein Glück, dass wir mit einem Camper unterwegs sind, der eine Leiter auf das Dach mitführt. An einer Seitenstrassse halten wir an und ich steige für ein paar Untergangsschnappschüsse auf das Dach des Womos.

Die Stelle im Wald ist danach schnell gefunden. Etwas abseits der Strasse in der Nähe von Garsas auf einer ruhigen Waldkreuzung soll unser heutiges Nachtlager sein.

08.07.2011 Velotour an die sonnige Bucht und Weiterfahrt nach Mora

BILD BILD

Ein Elch hat sich in der Nacht nicht gemeldet, oder wir hätten ihn nicht bemerkt. Bevor uns die Fahrt weiter in den Norden bringt möchten wir die Umgebung unserer Schlafstelle noch ein wenig genauer erkunden. Jetzt kommen endlich die Fahrräder zum Zuge. Wir satteln unsere Bikes, schliessen den Camper ab und düsen los in Richtung Siljansee hinunter durch den Wald. Wie auch auf den Autostrassen, sind die Waldwege ziemlich in die Länge gezogen und alles sieht mehr oder weniger gleich aus, auf den ersten Blick. Wir staunen nicht schlecht als wir plötzlich auf eine Eisenbahnschiene treffen, die quer durch den Wald führt. Über den steilen Waldpfad sausen wir weiter hinunter in Richtung See. BILD

Wie könnte es auch anders sein, jeder begehbare Fleck zum See hin ist schon an Privatbesitzer vergeben. Dies soll uns jedoch nicht davon abhalten eine kleine Bucht für eine Rast und einen Badeort für Fangio zu finden. Wir lassen die Bikes hinter einem Baum stehen und schleichen uns durch die Heidelbeerbüsche bis hinunter ans kühle Nass. Schnell ist die kleine, mit roten Kupfersteinen übersähte Bucht gefunden. Die Zweibeiner setzen sich auf die Steine und geniessen die Sonne und die Ruhe hier und der Vierbeiner gönnt sich nach dem langen Lauf das wohlverdiente Bad und kühlt sich ab für den bevorstehenden Aufstieg zum Womo.


BILD
Zurück beim Camper geht die Reise weiter nach Mora. Der nördlichste Punkt, den wir bei unserer Rundreise je erreichen werden. Das Städtchen Mora ist der Anfang von Nordschweden. Von hier an Aufwärts soll es mehr Elche geben als Menschen. Bis anhin ist uns jedoch noch keiner dieser grossen Vierbeiner begegnet. Mora selbst liegt – mit einer wunderschönen Seepromenade – an der nordwestlichen Seespitze des Siljansees. Das Dorf ist geprägt von Gustav Vasa, dessen Geschichte im 16. Jahrhundert die Stadt Mora zu Kriegszeiten prägte. Wir bestaunen die Gebäude der damaligen Zeit und durchwandeln die – für Schweden – schon fast zu touristische Einkaufsstrasse. Als Abrundung dieses Ausfluges in Mora gönnen wir uns im Seerestaurant ein Mittagessen und geniessen danach in vollen Zügen die Aussicht von der grünen Parkanlage auf den spiegelglatten und in der Sonne glitzernden See.

BILD BILD BILD











Um nicht wieder zu spät zu sein für einen schönen Schlafplatz, fahren wir genug früh weiter und machen uns auf die Suche. Der Weg führt uns in ein Naturreservat bei Siljansfors. Zwischen zwei Seen führt hier ein Waldpfad entlang. Wunderschöne Badeplätze laden ein, das kühle Nass zu geniessen und sich der Sonne und der Ruhe hinzugeben. Hier bleiben wir auf jeden Fall. Camping ist nur an der Badestelle vorne verboten, aber das soll uns nicht stören.

BILD BILD BILD

Wir fahren ein Stück weiter des Weges und halten bei einer gemütlichen kleinen Bucht und geniessen dort den Abend, ein erfrischendes Bad im bräunlich sauren Seewasser und die folgende Nacht.

Nach oben
Copyright © Sabine Mueller